Menstruations-Bilanz: So viel kostet dich deine Regel!

Hast du dir einmal ausgerechnet, wie viel Zeit du mit deiner Regel verbringst und was das für deinen Geldbeutel bedeutet? Nein? Wir haben das für dich zusammengefasst:

  • Rund 40 Jahre verbringen wir durchschnittlich mit unserer Regel
  • 3-7 Tage pro Monat, insgesamt 6-7 Jahre und damit rund 3000 Tage unseres Lebens verbringen wir durchgehend menstruierend
  • 10.000 – 17.000 Tampons bzw. Binden verbraucht eine Frau in ihrem Leben
  • 75% aller Frauen haben zeitweise leichte bis mäßig starke Beschwerden bei ihrer Regelblutung
  • Über 10% aller Frauen leiden so stark unter ihrer Periode, dass sie in dieser Zeit ihrer Ausbildung oder ihrem Beruf nicht nachgehen können

iStock_erdbeerwocheDie Menstruationsbilanz von Edda Erdbeerwoche

Zur besseren Veranschaulichung nehmen wir mal die Menstruationsbilanz einer durchschnittlichen Frau her: Edda Erdbeerwoche hat seit ihrem 12. Lebensjahr ihre Periode und eine mittelstarke Blutung mit einer Dauer von 5 Tagen pro Zyklus. Sie benutzt tagsüber Tampons, in der Nacht eine Binde und trägt vor der Regel und an den schwächeren Tagen auch gerne einmal eine Slipeinlage. Darüber hinaus hat sie am ersten Tag ihrer Regel starke Krämpfe, sodass sie zwei Schmerztabletten pro Zyklus einnimmt. Während ihrer fruchtbaren Zeit wird Edda Erdbeerwoche wie 50% der Frauen in Deutschland und Österreich mit der Pille verhüten. Wir nehmen an, dass sie 20 Jahre ihres Lebens mit Hormonen verbringt. Das ergibt folgende Rechnung:

4 Tampons pro Tag x 20 Cent x 5 Tage x 12 Monate x 40 Jahre = EUR 1920

1 Binde pro Tag x 20 Cent x 5 Tage x 12 Monate x 40 Jahre = EUR 480

1 Slipeinlage pro Tag x 6 Cent x 5 Tage x 12 Monate x 40 Jahre3 = EUR 144

2 Schmerztabletten pro Monat  x 70 Cent x 12 Monate x 40 Jahre = EUR 672

15 Euro für die Pille x 12 Monate x 20 Jahre = EUR 3600

Edda Erdbeerwoche wird in ihrem Leben also sage und schreibe knapp 7.000 Euro für ihre Menstruation und Verhütung ausgegeben! Warum die Zahl noch viel zu niedrig ist? Was wir hier nicht mit einberechnet haben sind die Slipeinlagen, die Frauen auch zwischendurch gegen Ausfluss benutzen, die Wochenbetteinlagen nach einer Geburt, ganz zu schweigen von Binden oder Slipeinlagen für Blasenschwäche, die ein beträchtlicher Teil aller Frauen nach der Geburt oder in höherem Alter täglich nutzen. Die Huffingpost etwa kommt in ihrer „period over lifetime“-Kalkulation sogar auf über 18.000 Dollar!

breaking_down_the_price_of_your_period

Noch ein interessantes Faktum: Noch nie haben Frauen so lange menstruiert wie heutzutage. Das hat einerseits damit zu tun, dass Mädchen immer früher ihre Regel bekommen und wir auch weniger Kinder haben d.h. weniger Zeit in Schwangerschaften verbringen. Da Kinder in unserer Gesellschaft meist geplant sind und der medizinische Fortschritt Fehlgeburten auf ein Minimum reduziert, sind Frauen in Europa im Schnitt tatsächlich nur mehr 1-3x im Leben schwanger.

erdbeerwoche_Tamponsteuer_ web2

copyright: Lisa Trauer

Runter mit der Tamponsteuer!

So ein Frauenleben ist nun allein schon aufgrund unserer Menstruation ziemlich teuer. Was wir daher ziemlich ungerecht finden, ist die Steuer auf Monatshygieneprodukte, die in Österreich und Deutschland gleich hoch ist wie die Steuer auf viele Luxusprodukte, während es einen ermäßigten Steuersatz auf Lebensmittel oder sogar auf unverarbeiteten Tabak gibt. Bereits im Januar haben wir daher in einem offenen Brief den österreichischen Finanzminister zur Senkung der Tamponsteuer aufgefordert. Hier findest du mehr Infos zu unserer Kampagne und kannst diese unterstützen.

 

Auch bei anderen Produkten des täglichen Lebens zahlen Frauen übrigens drauf, wie die Verbraucherzentrale Hamburg herausfand. Das betrifft bei Kosmetikartikeln beispielsweise Rasierer, Parfums oder Friseurdienstleistungen. Und das Paradoxe daran: Trotz der monatlichen Mehrkosten, denen Frauen ausgesetzt sind, verdienen sie weniger als Männer. Gemäß dem „Equal Pay Day 2015“ liegt die Differenz noch immer bei knapp 24 Prozent. Österreich liegt hier im Europavergleich an vorletzter Stelle. Nur in Estland klafft die Gehaltsscheere noch weiter auseinander.

Menstruationskappe_webMit Menstruationskappe und Stoffbinden Müll und mehrere Hundert Euro sparen

Für alle, die nicht auf die Senkung der Tamponsteuer warten wollen, gibt es aber auch noch andere Möglichkeiten, bei Hygieneprodukten einiges an Geld zu sparen. Allein mit einer Menstruationskappe, die du bis zu 10 Jahre wieder verwenden kannst, sparst du dir einiges an Geld! Und nicht nur dem Geldbeutel, sondern auch der Umwelt und vor allem deiner Gesundheit tust du damit etwas Gutes.

Denn vergiss nicht:

Es ist deine Regel und dein Planet!

Deine erdbeerwoche-Botschafterinnen

Bettina und Annemarie

Advertisements