Lass dich nicht täuschen: Die 5 schwachsinnigsten Innovationen in der Frauenhygiene

Seit der Erfindung des Tampons gab es in der Frauenhygiene keine nennenswerten Innovationen. Im Gegenteil: Die letzten Jahre hat ein Irrsinn an Innovationen den Markt der Monatshygiene überschwemmt, die letztlich sowohl aus ökologischer aber insbesondere aus gesundheitlicher Sicht mehr als bedenklich sind.

Wer durch die Drogeriegänge streift und auf das Regal der Tampons und Binden stößt, wird von vielen unglaublichen Slogans aus den Marketingabteilungen der Tampon- und Binden-Industrie regelrecht erschlagen.

Schwachsinnige Slogans bei Tampons und Binden begleiten uns beim Einkauf!

Slogans bei Tampons und Binden sollten hinterfragt werden!

1. Einfach silly: Silky oder Smooth Touch

Konventionelle Tampons sind aus Zellstoff gefertigt und der ist grundsätzlich kratzig. Wir alle kennen das – gerade an den schwächeren Tagen! Was sich die Hersteller hier ausgedacht haben, nennt sich „silky touch“ und hat rein gar nichts mit Seide zu tun, sondern mit Kunststoff! Gerade in den letzten 5-10 Jahren sind die Innovationen im Tampon-Bereich kunststoffgetrieben. Warum wir das als besonders bedenklich sehen? In den 1980er Jahren war der Trend zu supersaugfähigen Tampons mit Kunststoff bereits schon einmal da und war eine der Ursachen für  mehrere Fälle des Toxischen Schocksyndroms. Erst in den letzten Monaten ist dazu wieder ein Fall eines amerikanischen Models aufgetaucht, das durch TSS verursacht ein Bein verlor und daraufhin den Hersteller des von ihr verwendeten Tampons verklagte.

2. With Cotton Extract – Pestizide inklusive

Auch der sogenannte „Baumwoll-Extrakt“ ist genau zu hinterfragen. Denn es bleibt völlig unklar, was für ein Extrakt aus der Baumwolle das denn überhaupt sein soll? Bei konventioneller Baumwolle handelt es sich darüber hinaus um die Pflanze, die mit den meisten Pestiziden in der Landwirtschaft weltweit versetzt ist. Auch Glyphosat, ein Bestandteil eines Unkrautvernichtungsmittel von Monsanto, wurde bereits in Binden und Tampons gefunden (wir haben dazu berichtet).  Biobaumwolle benötigt übrigens nur die Hälfte an Wasser gegenüber Baumwolle aus konventionellem Anbau.

3. Mit Frischeduft zu Allergien

Der Hauptgrund, warum sich bei Binden und Slipeinlagen Gerüche bilden können, ist, weil sich Schweiß mit Luft, Blut und vor allem Kunststoffen vermischt. Was tun also viele Hersteller? Sie mischen einfach synthetische Duftstoffe in die Produkte und suggerieren uns Frauen, dass wir automatisch stinken und unsere Regel etwas „Unsauberes“ ist.Verschiedene Studien haben zudem herausgefunden, dass diese chemischen Zusatzstoffe Allergien auslösen und zu Hautirritationen führen können. Der 2013 veröffentlichte Bericht der Organisation „Womens Voices for the Earth“ hat übrigens auch in Hygieneprodukten unbekannte Duftchemikalien gefunden, die eine Störung im Hormonsystem oder allergische Reaktionen der Haut auslösen können. Wer einmal Binden aus Biobaumwolle probiert hat, wird merken, dass gar keine künstlichen Duftstoffe nötig sind.

4. Keine zarte Haut durch Aloe Vera

Aloe Vera, die als Königin der Heilpflanzen bezeichnete Wunderwaffe, soll in Slipeinlagen zu „zarter Haut“ verhelfen. Hier fragen wir uns auch, wie Aloe Vera eigentlich in das Produkt gelangen soll. Unsere Haut im Intimbereich ist nur dann nicht mehr „zart“, wenn frau den ganzen Tag auf einer Plastikeinlage herumrutscht, die noch dazu Pilzinfektionen fördern kann. Rund 10% der Frauen leiden übrigens laut ExpertInnen an chronischen Pilzinfektionen. Es wurden übrigens auch schon Weichmacher und andere Schadstoffe in Slipeinlagen gefunden. Mehr zu Studien, die schädliche Stoffe in Frauenhygieneprodukten nachgewiesen haben, findest du hier.

5. Pearl mit Plastik

Tampons haben nichts mit Perlen zu tun. Was sich hier hinter dem Wort „Pearl“ versteckt, sind auch als Einführhilfen verkaufte Kunststoffnetze, die um den Zellstoff des Tampons gewickelt werden. Interessanterweise weist das Unternehmen auf der Webseite auch noch extra auf den verwendeten Plastikapplikator hin. Dem gibt es nichts hinzuzufügen! Biobaumwolle hat eine andere, wesentlich weichere Struktur und braucht diese Art der Einführhilfe nicht!

=> erdbeerwoche-Fazit

Wir von der erdbeerwoche sind davon überzeugt, dass sich Frauen diese Art von Marketing-Schmähs nicht bieten lassen sollen und ein Recht darauf haben, über die Inhaltsstoffe von Monatshygieneprodukten zu erfahren. Aus diesem Grund setzen wir auf Transparenz und nachhaltige Produkte, wie z.B. Tampons und Binden aus Biobaumwolle oder wiederverwendbare Produkte wie die Menstruationstasse. Wir haben für die Produktauswahl in unserem Shop einen strengen Kriterienkatalog entwickelt, den alle unsere Produkte erfüllen müssen.

Schließlich verwendt eine Frau bis zu 17.000 Monatshygiene-Produkte in ihrem Leben und verbringt 6-7 Jahre am Stück mit ihrer Regel.

Es wird Zeit für eine neue Generation der Frauenhygiene!

Deine erdbeerwoche-Botschafterinnen

Annemarie & Bettina

www.erdbeerwoche-shop.com

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