Weltumwelttag: Wozu brauchen wir den?

Jedes Jahr am 5. Juni ist Weltumwelttag. Wir von der erdbeerwoche wollen dir an diesem Tag zeigen, was an konventionellen Tampons und Binden problematisch ist und welche Alternativen es gibt. Denn deine Regel muss kein Müllproblem sein! Gönn dir an diesem Tag mal einen kritischen Blick in deinen Tampon- und Bindenvorrat und finde heraus, aus welchen Materialien diese eigentlich bestehen.

  • Kunststoff: Konventionelle Tampons bestehen hauptsächlich (zu mehr als 90 %) aus Fasern auf Zellulosebasis (Viskose oder Baumwolle oder einer Mischung aus beiden Fasern) (Quelle: EDANA, Verein Verein der Faserindustrie in Europa). Konventionelle Binden oder Slipeinlagen bestehen aus Kunststoffen wie Polypropylen und Polyethylen – Stoffe, die auch für die Herstellung von Kaffeemaschinen oder Rohrleitungen verwendet werden.
  • Zellulose: Konventionelle Tampons und Binden bestehen größtenteils aus der Chemiefaser Viskose. Das ist Zellstoff, der bei der Holzverarbeitung (z.B. Buche, Fichte, Eukalyptus) gewonnen wird und ebenfalls den Grundstoff für die Papierherstellung darstellt. Zellulose wird offiziell als Chemiefaser bezeichnet. Durch viele chemische Prozesse wird aus Holz Zellstoff hergestellt, der dann zu Viskose weiterverarbeitet wird.

Aber was ist daran eigentlich problematisch?

  1. Unkontrollierter Holzeinschlag: Der Anteil des illegalen Holzeinschlags an der globalen Holzproduktion wird vom Europäischen Parlament derzeit auf 20 bis 40 Prozent geschätzt.
  1. Zellstoffgewinnung: Die chemischen Prozesse zur Zellstofffasergewinnung sind sehr energie- und wasserintensiv. Besonders bei der sogenannten Delignifizierung (der technische Prozess zur „Entholzung“ der Faser) kommen Chemikalien zum Einsatz.
  • Baumwolle: Auch konventionelle Baumwolle wird herkömmlichen Tampons immer wieder untergemischt. Konventionelle Baumwolle gilt als die am meisten mit Pestiziden versetzte Pflanze weltweit. Laut Greenpeace werden in der Baumwollproduktion 10% der weltweiten Pestizide und 25% der weltweiten Insektizide eingesetzt. Das stellt nicht nur für den Körper ein großes Problem dar, sondern ist für die Frauen in den Anbaugebieten eine noch größere Gefahr. Laut der Weltgesundheitsbehörde WHO sterben jährlich 20.000 Menschen durch Pestizide – Millionen erleiden Vergiftungen. (Quelle: http://marktcheck.greenpeace.at/2427.html)

biotampons_web_copyright_artupMüll: Jede Frau benötigt in ihrem Leben zw. 10.000 und 16.000 Tampons bzw. Binden pro Jahr und weltweit werden um die 45 Milliarden Produkte weltweit verbraucht, die alle auf dem Müll landen. In Deutschland produzieren alle Frauen zwischen ihrem 15. und 45. Lebensjahr laut der Firma Lunapads zusammen mehr als 20.000 Tonnen Abfall mit Wegwerfhygieneartikeln. 20.000 Tonnen entsprechen 20 Mio. kg Müll. Von der Menge her – und das sind nur die Hygieneartikel – ist das eine Menge von 170.000 gefüllten Badewannen. Aufgetürmt ist das 702mal Höhe des Kölner Doms!

Was kannst du also am Weltumwelttag machen, um dir und deinem Planeten etwas Gutes zu tun?

  • Wirf deine Hygieneartikel nicht in die Toilette, sondern in den Restmüll. Biologisch abbaubare Tampons und Binden kannst du sogar im Biomüll entsorgen!
  • Informiere dich über nachhaltige Alternativen wie z.B. Biotampons von Natracare, waschbare Binden oder Menstruationskappen. Bereits eine Menstruationskappe ersetzt rund 180 konventionelle Produkte, die eine Frau durchschnittlich im Jahr benötigt. Allein wenn 500 Frauen eine Menstruationskappe benutzen, werden so rund 90.000 konventionelle Produkte ersetzt, die ansonsten im Müll landen würden.
  • Achte auf ein Gütesiegel, das biologische Baumwolle oder nachhaltige Waldbewirtschaftung bescheinigt. (Achtung: Teilweise gibt es Kennzeichnungen, die jedoch nur die Verpackung des jeweiligen Produkts betreffen!)
  • Achte auf die Kennzeichnung „mit Sauerstoff“ gebleicht sowie „ohne Parfüm oder Duftstoffe“
  • Achtung vor Täuschungen: „with cotton extract“ bedeutet übersetzt, dass das Produkt eben NICHT aus Baumwolle, sondern höchstwahrscheinlich aus einem Zellulose-Kunststoff-Gemisch besteht und bestenfalls mit Baumwollfasern versehen wurde. „Silky touch“ ist ein netter Euphemismus für die Kunststoffummantelung eines Tampons und hat rein gar nichts mit Seide zu tun.

Und vergiss nicht: Es ist deine Regel und dein Planet!

Deine erdbeerwoche-Botschafterinnen

Annemarie und Bettina

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