Toxisches Schocksyndrom (TSS): Mythos oder Realität?

Fakt ist – es ist schon wieder ein Todesfall eines 14-jährigen Mädchens durch ein Tampon bekannt geworden! Fakt ist auch, dass wir während unserer Arbeit mit der erdbeerwoche schon einige E-Mails und Geschichten von verunsicherten Frauen gehört haben, die entweder selbst von TSS betroffen waren (die Krankheit führt nicht immer zum Tod) oder eine Freundin oder Bekannte kennen, die einen toxischen Schock erlitt. Eine Krankenschwester erzählte uns sogar, dass eine Patientin sogar einmal die Hand amputiert werden musste – und das alles aufgrund von Tampons!

Ein weiterer Fakt ist, dass Frauenärzte bei Nachfragen von uns immer auf die Seltenheit der Krankheit verweisen. Aber ist nicht jeder Todesfall einer zu viel? Sollten Frauenärzte nicht noch verstärkt auf die richtige Verwendung von Frauenhygiene-Produkten verweisen bzw. darauf, dass frau den Beipackzettel von Tampons lesen sollte?

Hat dich dein Frauenarzt schon einmal auf die Gefahren von TSS oder die chemischen Inhaltsstoffe in Tampons und Binden aufmerksam gemacht? Wir von der erdbeerwoche stellen hier leider ein großes Defizit fest – sowohl bei den Frauenärzten als auch bei den Frauen selbst! Um nur ein Beispiel zu nennen: Eine ca. 20 Jahre junge Frau kam bei einer Messe auf uns zu und erzählte uns, dass sie einmal gar einen Monat vergessen hatte ihr Tampon zu entfernen…auch deswegen versuchen wir von der erdbeerwoche hier Aufklärung zu betreiben.

Hier oder auf unserer Webseite könnt ihr wichtige Infos zum toxischen Schocksyndrom und wie ihr es vermeiden könnt nachlesen:

Ist die Gefahr, die hinter TSS steckt, wirklich so groß? Oder nur reine Panikmache?

TSS steht für Toxisches Schocksyndrom und ist eine durch Tampons verursachte Infektion, die seit den späten 1970er Jahren, insbesondere in den USA, zu Todesfällen geführt hat. Damals wurde das erste sogenannte „super-absorbierende“ Tampon auf den Markt gebracht, das vorwiegend aus synthetischem Polyester und nicht aus natürlichen Fasern bestand.
Nach mehreren medizinischen Untersuchungen fand man heraus, dass zwei Drittel der mit dem Schocksyndrom erkrankten Frauen das Produkt „Rely“ von Procter and Gamble (Always) benutzten, das damals einen Marktanteil von 17,2 Prozent hatte. Damals wurden zum ersten Mal 25 Todesfälle und mehrere hundert Erkrankungen bekannt. Das Produkt wurde umgehend vom Markt genommen.

Wie entsteht das Toxische Schock-Syndrom?

Ursache für das TSS ist einerseits die Tatsache, dass die synthetischen Materialien früher mehr Flüssigkeit aufnehmen konnten und dadurch die Tragedauer verlängert wurde. Zum anderen können Tampons den Nährboden für die gefährlichen Bakterien (Carboxymethyl-Zellulose Bakterien) darstellen. Wenn beide Faktoren zusammentreffen, können die Bakterien durch die Vaginalschleimhaut in den Blutkreislauf gelangen, wodurch der Körper im schlimmsten Fall einen tödlichen Schock erleidet. Als Anzeichen für ein TSS gelten allgemein hin Fieber, Erbrechen und Durchfall, aber auch sonnenbrandähnliche Symptome. Wenn ein solcher Verdacht auftreten sollte, geh bitte sofort ins Krankenhaus!

Laut einer Studie des New York University Medical Center kann das Risiko des Toxischen Schocksyndroms (TSS) durch die Verwendung von Tampons aus reiner Biobaumwolle minimiert werden. Mehr dazu hier.

Fazit:

Laut amerikanischen Schätzungen gibt es allein in den USA etwa 2000 Fälle pro Jahr. Zehn Prozent der Fälle enden tödlich. In Europa ist die Zahl der Erkrankungen um einiges niedriger, was unter anderem auf ein erhöhtes Maß an Aufklärung zurückzuführen ist. Mittlerweile gibt es zwar rechtliche Vorschriften dafür, dass der Hinweis auf TSS auf den Verpackungen angeführt sein muss. Trotzdem erkranken bzw. sterben jedes Jahr zahlreiche Frauen an TSS.

Die Frage, die sich nun stellt, ist, warum so wenige Frauen über die genaue Ursache und Auswirkung von TSS Bescheid wissen. Vielleicht weil die Hersteller konventioneller Tampons das möglichst verschweigen wollen?
Leider geht der Trend auch wieder immer mehr zu synthetischeren Produkten. Denn langsam schleichen sich bei konventionellen Tampons auch wieder vermehrt Kunstfasern ein, die z.B. das Einführen erleichtern sollen.

Was kann man nun tun, um TSS zu vermeiden?

Wichtig ist es, die Tampons nicht zu lange im Körper zu lassen. Ärzte raten dazu alle 4 Stunden das Tampon zu wechseln. Vor allem in der Nacht sollte man auf Binden umsteigen. Eine weitere Möglichkeit, um TSS vorzubeugen, ist die Verwendung nachhaltiger Produkte, d.h. Tampons aus reiner Biobaumwolle ohne Chemikalien oder Kunstfasern oder wieder verwendbare Produkte, so genannte Menstruationskappen.

TSS und Menstruationskappen

Laut einer im medizinischen Journal „Canadian Family Physician (CFP)“ publizierten Studie über Menstruationskappen aus dem Jahr 2011, können sich die Bakterien, die zu einem toxischen Schocksyndrom führen können, auf einer Menstruationskappe nicht in dem Maße bilden wie auf konventionellen Tampons. Einen hundertprozentigen Schutz gibt es jedoch nicht.

Hier liest du mehr über nachhaltige Produkte.

 Schaut auf euch!

Eure erdbeerwoche-Botschafterinnen

Annemarie & Bettina

Quelle u.a.:

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