Report deckt auf: Wieder gefährliche Inhaltsstoffe in konventionellen Tampons und Binden gefunden

Der vor kurzem veröffentlichte Bericht der internationalen Organisation Women´s Voices For The Earth warnt vor gefährlichen Chemikalien in Tampons, Binden und Slipeinlagen.

Bereits seit 2011 klärt die erdbeerwoche auf ihrer Bewusstseinsplattform www.erdbeerwoche.com  Frauen über die gesundheitlichen und ökologischen Auswirkungen herkömmlicher Frauenhygieneprodukte auf. Nun bestätigt der im November 2013 publizierte Bericht „Chem Fatale – Potential Health Effects of Toxic Chemicals in Feminine Care Products“ der Organisation Women´s Voices for the Earth, wovor die erdbeerwoche bereits seit zwei Jahren warnt: Konventionelle Frauenhygieneprodukte sind oftmals mit gesundheitlich bedenklichen Chemikalien und Pestiziden belastet.

Gefährliche Inhaltsstoffe, die laut des aktuellen WVE-Berichts in Tampons, Binden und Slipeinlagen enthalten sein können, sind unter anderen:

  • Chemikalien wie Dioxin- und Furanrückstände, die aus dem Bleichprozess mit Chlor stammen können und als krebserregend gelten
  • Pestizidrückstände im Falle von Baumwollbestandteilen, die nicht aus biologischem Anbau stammen
  • Unbekannte Duftchemikalien, die Störungen im Hormonsystem oder allergische Hautausschläge auslösen können
  • Kleber-Chemikalien wie z.B. Methyldibromo Glutaronitril, einem Konservierungsstoff, vor dessen Einsatz in Kosmetika Greenpeace bereits 2008 warnte und Entzündungen sowie Allergien der Haut auslösen kann.
Achtung vor Chemikalien in Tampons

Achtung vor bedenklichen Stoffen in Tampons, Binden und Slipeinlagen

Haut im Intimbereich gilt als besonders empfänglich für Chemikalien

Diese Stoffe sind laut Bericht vor allem deshalb  gefährlich, weil die Haut im Intimbereich besonders empfänglich für Substanzen ist, die sich für mehrere Stunden am oder im Körper befinden. Durch die vielen Blutgefäße und Lymphgefäße gelangen Giftstoffe direkt in den Blutkreislauf und können so gefährliche Folgen haben. Dies bestätigt auch Dr. Christian Matthai, Gynäkologe und mehrfacher Buchautor: „Die Vagina ist ein stark resorbierendes Organ, das Schadstoffe leicht aufnehmen kann. Aus diesem Grund sind nachhaltige Produkte, z.B. aus 100% Biobaumwolle, eine Alternative für alle Frauen.“

Fehlende gesetzliche Kennzeichnungspflicht – die erdbeerwoche klärt auf

In den USA unterliegen Tampons der Food & Drug Administration (FDA) und werden als medizinische Produkte eingestuft. In Europa werden Tampons jedoch als „Gebrauchsgegenstände“ eingestuft und unterliegen der so genannten Produktsicherheitsrichtlinie sowie einem freiwilligen Verhaltenskodex der Industrie und der jeweiligen länderspezifischen Gesetzgebung. Egal ob in Europa oder in den USA – das Problem ist, dass es derzeit keine Kennzeichnungspflicht für die Inhaltsstoffe in Tampons, Binden oder Slipeinlagen gibt. Dadurch tappen Frauen, was Material, Herstellung sowie Inhaltsstoffe von Frauenhygieneprodukten  betrifft, im Dunkeln.

Wir von der erdbeerwoche fordern, dass diese Informationen transparent auf der Verpackung aller Tampons und Binden angeführt werden – so wie dies bei Lebensmitteln und Kosmetika längst der Fall ist. Frauen haben ein Recht darauf, zu erfahren, woraus die Produkte bestehen, die sie an der empfindlichsten Stelle ihres Körpers tragen. Dass das Bewusstsein im Bereich der Frauenhygiene noch zu wünschen übrig lässt, zeigt eine Umfrage der erdbeerwoche aus dem Jahr 2011: Knapp 80% der 250 befragten Frauen haben sich noch nie Gedanken über die Inhaltstoffe in Tampons bzw. Binden gemacht.

Aufwendiger chemischer Herstellungsprozess von Tampons und Binden

Konventionelle Tampons und Binden bestehen größtenteils aus Zellstoff, der bei der Holzverarbeitung gewonnen wird und ebenfalls den Grundstoff für die Papierherstellung darstellt. Zellulose wird offiziell als Chemiefaser bezeichnet. Durch viele chemische Prozesse wird aus Holz Zellstoff hergestellt, der dann zu Viskose weiterverarbeitet wird.

Die Verwendung von Elementarchlor ist mittlerweile in der EU sowie anderen Ländern verboten. Derzeit ist das ECF-Bleichverfahren (elementar chlorine free) in Europa vorherrschend. Doch auch in diesem Verfahren werden gewisse Chlorverbindungen angewandt, die zwar grundsätzlich umweltfreundlicher sind, jedoch trotzdem so genannte halogenorganische Rückstände in der Faser zurücklassen können. Auf Nummer sicher kann man mit Sauerstoffbleiche (TCF, total chlorine free) gehen, da hier in keinem Fall Chlor zum Einsatz kommt.

Laut der Nachhaltigkeitsratingagentur oekom research können die Unternehmen den Bleichprozess mit Chlor noch immer nicht gänzlich ausschließen. Das zeigt auch ein Ökotest aus dem Jahr 2007, der in 14 Marken halogenorganische Verbindungen fand, die laut einem Experten der Papierindustrie aus Rückständen des Bleichprozesses mit Chlor stammen könnten.

 

Produkte der erdbeerwoche können dich schützen

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Deine erdbeerwoche-Botschafterinnen

Annemarie & Bettina

Quellen:

Women´s Voices For The Earth (November 2013): Chem Fatale – Potential Health Effects of Toxic Chemicals in Feminine Care Products http://www.womensvoices.org/wp-content/uploads/2013/11/Chem-Fatale-Report.pdf

Women’s Voices for the Earth ist eine amerikanische Organisation mit dem Ziel, auf toxische Chemikalien in Gesundheitsprodukten für Frauen aufmerksam zu machen und dadurch eine Veränderung im Konsumverhalten, bei Unternehmen und Regierungen zu erwirken. http://www.womensvoices.org

Greenpeace-Bericht (2008): Gesundheitsgefahren durch Methyldibromo Glutaronitril  http://www.greenpeace.org/austria/Global/austria/dokumente/Factsheets/umweltgifte_methyldibromo_glutaronitril_2004.pdf

EU-Recht bei Frauenhygieneprodukten: Wilfried Umbach (2004): Kosmetik und Hygiene. Von Kopf bis Fuß. 3., vollständig überarbeitete und erweiterte Auflage. WILEY- VCH Verlag. Weinheim

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