Die erdbeerwoche und 300 Jahre Nachhaltigkeit

1713 schrieb ein gewisser Herr Hans Carl von Carlowitz aufgrund der Verknappung von Holz ein Fachbuch, in dem zum ersten Mal der Begriff Nachhaltigkeit vorkam. Die Idee aus der Forstwirtschaft, dass Menschen „nicht mehr Ressourcen verbrauchen sollten, als nachwachsen können“ ist bis heute aktuell. Auch wenn der Begriff in vielen Fällen als leere Floskel gilt, sind wir von der erdbeerwoche der Meinung, dass nur eine nachhalige Wirtschaftsweise Zukunft hat und verwenden den Begriff bewusst.

Was Herr Carlowitz damals sicher noch nicht wusste  (da die Tampons erst viel später erfunden wurden) ist, dass Zellstoff aus Holz auch einmal für die Tampon bzw. Binden-Produktion verwendet wird!

Aber was ist daran eigentlich problematisch – Holz ist doch ein nachwachsender Rohstoff?

1. Unkontrollierter Holzeinschlag: Der Anteil des illegalen Holzeinschlags an der globalen Holzproduktion wird vom Europäischen Parlament derzeit auf 20 bis 40 Prozent geschätzt. Leider wird auf konventionellen Tampon- bzw. Binden-Packungen nicht ausgewiesen, woher das verwendete Holz bzw. der daraus gewonnene Zellstoff kommt. Während fast jedes Kopierpapier bereits mit dem FSC- oder PEFC-Siegel (= Siegel für nachhaltige Forstwirtschaft) ausgestattet  ist, ist das bei Frauenhygiene leider nicht der Fall!

2. Zellstoffgewinnung: Die chemischen Prozesse zur Zellstofffasergewinnung sind sehr energie- und wasserintensiv. Besonders bei der sogenannten Delignifizierung (der technische Prozess zur „Entholzung“ der Faser) kommen zahlreiche Chemikalien zum Einsatz.

3. Bleiche: Die Verwendung von Elementarchlor ist mittlerweile in der EU und einigen anderen Ländern verboten. Derzeit ist das ECF-Bleichverfahren (elementar chlorine free) in Europa vorherrschend. Doch auch in diesem Verfahren werden gewisse Chlorverbindungen angewandt, die zwar grundsätzlich umweltfreundlicher sind, jedoch trotzdem so genannte halogenorganische Rückstände in der Faser zurücklassen können. Auf Nummer sicher kann man mit Sauerstoffbleiche (TCF, total chlorine free) gehen, da hier in keinem Fall Chlor zum Einsatz kommt.

Die Fakten: Laut der Nachhaltigkeitsratingagentur oekom research können die Unternehmen den Bleichprozess mit Chlor noch immer nicht gänzlich ausschließen. Das zeigt auch ein Ökotest aus dem Jahr 2007, der in 14 Marken halogenorganische Verbindungen fand, die laut einem Experten der Papierindustrie aus Rückständen des Bleichprozesses mit Chlor stammen könnten. Unser Fazit: Kein einziger konventioneller Frauenhygiene-Hersteller führt derzeit ein Gütesiegel für nachhaltige Waldbewirtschaftung oder kennzeichnet Informationen zum Bleichprozess!

Was du tun kannst? Wie die MISS EARTH Lisa auf nachhaltige Tampons und Binden umsteigen!

Copyright Lisa Marie Trauer

Copyright Lisa Marie Trauer

Lies hier mehr: http://www.erdbeerwoche.com/meinplanet/zellulose.html

Und vergiss nicht: Es ist deine Regel und dein Planet!

Deine erdbeerwoche-Botschafterinnen Bettina und Annemarie

www.erdbeerwoche.com

Advertisements